2006

„NACHTBLIND“ von D. Stocker

„Luftschl…“ so weit ist sie gekommen, mit dem Graffiti. Luftschloss hätte es heißen sollen. Die letzten
Buchstaben muss man sich dazudenken. Leyla zeigt Moe ihre Werke über den Gleisen. Aber sie hat das
nicht allein gesprayt, da war noch einer dabei. Einer, von dem sie nicht gern erzählt, den sie den „Großen“
nennt. Die Beziehung zu ihm ist von Gewalt durchwoben und doch von so tiefer Sehnsucht geprägt, dass
es kaum auszuhalten ist. Es ist ein schmaler Grat beim „Großen“ zwischen Zärtlichkeit und Gewalt.
Dennoch fehlt Leyla zunächst der Mut, Konsequenzen zu ziehen. Auf Unterstützung von ihrer Familie
braucht sie nicht zu hoffen. Ihre Mutter engagiert sich als Journalistin für Frauen und Kinder, um den
Blick von den eigenen familiären Problemen abzulenken. Der Vater meidet die Familie, der Sohn wird
wiedereinmal der Schule verwiesen.
Leyla gelingt es erst mit Hilfe von Moe, diesem etwas schüchternen Jungen, der zuhört und genau
beobachtet, eine Vision von einem anderen Leben zu entwickeln.

Und schließlich ist er es auch, der ihr wirklich beisteht. Dort, an den Gleisen, wo das „Luftschl…“ in der Luft hängt und nicht mehr gebraucht wird.

Darsteller

Leyla……………………………….Sonja Beißwenger
Moe…………………………………Christoph Franken
Mutter………………………………Martina Struppek
Rico…………………………………Holger Bülow

Team

Regie……………………………..Caroline Farke
Bühne…………………………….Simeon Meier
Kostüm…………………………..Anna Scholich
Musik…………………………….Steffen Dost
Dramaturgie……………………Robert Koall

Deutsche Erstaufführung am 22.04.06 am Ballhof, Schauspielhaus Hannover